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Clean-Chic im Februar

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, noch größeren Wert auf die ordentliche Verarbeitung meiner Nähprojekte zu legen. Bei “cleanen” Outfits spielt die Qualität nicht nur des Materials sondern auch der Arbeit eine besonders wichtige Rolle.

Zum heutigen MeMadeMittwoch zeige ich diese beiden, schnörkellosen Schnittmuster: Eine japanische Bluse mit Stehkragen und Fake-Blende aus dem Nähbuch von Aoi Koda – kombiniert mit der Culotte Nr. 441 von Grasser.

minimalistisches Outfit: japanische Bluse  mit Culotte
Außer Tulpen noch kein Frühling in Sicht …

Japanische Bluse

Auf das japanische Nähbuch von Aoi Koda (im Bild rechts) bin ich vor einigen Wochen auf Instagram gestoßen und habe es (zusammen mit einem weiteren Nähbuch) über “Japanese-Sewingbookstore.com” bestellt. Auf dieser Website findet man eine schöne Übersicht japanischer Designer und kann auch in die Bücher hinein blättern.

Cover von zwei japanischen Nähbüchern
so viel Nähinspiration …

Das klare, japanische Schnittmuster-Design gefällt mir ausgesprochen gut und ich habe aus beiden Büchern gleich mehrere Schnitte auf meine Nähliste gesetzt. Den Auftakt macht dieser raffinierte Blusenschnitt.

Nähinspiration aus einem japanischen Nähbuch
Nähprojekt: Bluse mit Stehkragen

Besonders originell finde ich die aufgesetzte “Poloblende”.

vordere Blende mit vier Knöpfen
Juhu, passende Knöpfe gefunden!

Die Knöpfe sind reine Zierde. Die Bluse wird durch einen hinteren Schlitz geschlossen, was die Verarbeitung gegenüber einer “echten” Poloblende sehr erleichtert. Der Schlitz wird bei diesem Schnittmuster nicht eingefasst sondern in den zwei Lagen der rückwärtigen Passe verstürzt.

Nähdetail: rückwärtiger Schlitz
rückwärtiger Schlitz

Einfach und dabei sehr elegant geschnitten sind auch die Manschetten.

Nähdetail: Schlitzverarbeitung an der Ärmelmanschette
Manschetten mit Schlitzverarbeitung

Die größte nähtechnische Herausforderung war für mich der vorne geteilte Stehkragen. Hier sollte man sich exakt an die Anleitung halten, um ein schönes Ergebnis zu bekommen. Ich spreche aus Erfahrung: Im ersten Anlauf habe ich mir den Kragen “zurecht gefummelt” – und so sah er dann auch aus! Also alles auftrennen und neuen Versuch starten …

weiße, langärmelige Bluse mit geteiltem Stehkragen
Manchmal hilft die Nähanleitung 😉

A apropos “Nähanleitung”: Es gibt eine bebilderte Nähanleitung, die sehr nützlich ist, da das Buch in japanischer Sprache geschrieben ist.

Infos zum Buch

Falls jemand von Euch aus diesem Buch nähen möchte, können diese Infos hilfreich sein:

  • Die Nahtzugabe von 1 cm ist in den Schnittmustern bereits enthalten.
  • Die Schnittmuster gibt es in den Größen S, M, L und LL.
  • Eine Maßtabelle findet Ihr auf Seite 45.
  • In dem Buch gibt es drei doppelt bedruckte Schnittmuster-Bogen. Der Hinweis, auf welchem Schnittmuster der jeweilige Schnitt zu finden ist, findet sich (etwas versteckt) in der bebilderten Anleitung (in meinem Fall Bogen D / Schnittmuster 18).

Die Passform der Bluse ist eher schmal – jedenfalls im Vergleich zu anderen japanischen Schnittmustern, die ich bisher genäht habe. Ich habe mich für Größe M entschieden, was ungefähr einer 36 entspricht.

japanische Bluse mit Stehkragen und Knopfleiste
Passe mit Perlmuttknöpfen

Stoffauswahl

Für den Blusenschnitt eignet sich insbesondere Leinen. Ich selbst habe mich für eine schwere Viskose (Viskose Stonewashed von 1000 Stoff) entschieden. Im gegenwärtigen Lockdown habe ich den Stoff online bestellt, was ich in “normalen” Zeiten eher selten mache. Ich hatte Glück: Schnitt und Stoff passen wunderbar zusammen. Mit 1,60 Meter Stoff bin ich sehr gut ausgekommen.

Hosenschnitt Nr. 441 von Grasser

Das japanische Nähbuch bietet auch diverse Hosenschnitte. Ich habe mich jedoch zunächst für ein Modell von Grasser entschieden. Die Culotte Nr. 441 ist oben schmal und am Bein sehr weit geschnitten.

technische Zeichnung der Culotte
Bildnachweis: https://grasser.ru

Stoffempfehlung

Auch für dieses Projekt habe ich ich den Stoff online bestellt: einen fein karierten, blau-schwarzen Wollstoff von Juni-Design. Diese Webware ist von der Qualität her ein klassischer Anzugstoff, Für die weit ausgestellte Culotte empfehle ich weiche (aber nicht fließende) Stoffqualitäten. Meine Probehose hatte ich aus festem Baumwollstoff genäht und sie stand unten am Bein extrem ab. Sehr fließende Materialien erscheinen mir auch nicht geeignet, da die Hosenbeine dann in sich zusammen fallen würden.

Stoffmuster: schwarz-blau karierter Wollstoff
blau-schwarzer Wollstoff

Verarbeitung

Mit der Verarbeitung der Seitentaschen habe ich mich etwas schwer getan: Die Hosenbeine standen im Hüftbereich zuerst unschön ab und ich musste mehrmals auftrennen, bis ich ein gutes Ergebnis hatte. Am Po habe ich wie vorgesehen Paspeltaschen genäht.

Viel mehr gibt es zu der Hose auch gar nicht zu berichten. Die Schnittmuster von Grasser sind sehr professionell gemacht und ich greife immer wieder gerne darauf zurück! Die Hose eignet sich sehr gut zum Kombinieren und passt auch gut zu zwei weiteren Blusen, die ich im Januar genäht habe. Aber dazu gibt es einen separaten Blogbeitrag …

Herzliche Grüße

Eure Julia

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung durch Markennennung und Verlinkung.

19 Kommentare

  1. Du kannst dir sicher vorstellen, dass mir beide Teile wieder sehr gut gefallen. Besonders die Bluse finde ich Klasse. Tolle wertige Details – und schön verarbeitet. LG Anke

  2. Huhu Julia,

    wieder begeisterst Du mit einem megatollem Outfit. Die Bluse ist so clean und so chic, gefällt mir ausgesprochen gut.
    Ich bin auf die Vorstellung der Hose gespannt, die schaut sehr interessant aus.

    LG
    Sandra

  3. Wow, sehr gelungen. Ich mag vor allem die Bluse, das sieht clean und gleichzeitig super aufwändig verarbeitet aus. Sehr schön, ich bin beeindruckt!
    Viele Grüße
    Jenny

  4. Die Bluse ist toll geworden. Auf Instagram konnte ich ja schon einige Details sehen und war nun sehr gespannt auf das Endergebnis. Ich habe mich bisher noch nicht an die japanischen Modelle herangewagt, weil ich immer Angst hatte, dass sie mir zu klein sein könnten. Vielleicht sollte ich mal starten, deine Bluse macht Lust darauf.

    LG Carola

  5. Wieder ein so schöner Beitrag von dir; ich mag auch immer deine Fotos. Ich finde ja, das gehört bei einem ordentlich geführten Blog auch dazu.
    Ich war erstaunt zu sehen und zu lesen, dass dieses japanische Modell nicht so weit ausfällt, wie ich das sonst von diesen Kleidungsstücken kenne (mir würde das nicht stehen). Danke auch für das Aufzeigen der interessanten Details (Passe mit Schlitz, Ärmelabschlüsse), die man sich ja durchaus für andere Blusen abgucken kann. Sehr schön.
    LG
    Siebensachen

    • piek&fein piek&fein

      Viele japanische Oberteile sind ja sehr stark eingerüscht, was sie dann sehr weit macht. Das ist hier anders. Ich finde auch, dass man einige Designelemente auf andere Schnittmuster übertragen kann.
      Herzlichen Gruß
      Julia

  6. Zeitlose Eleganz par excellence! Beide Teile gefallen mir ausgesprochen gut, auch in der Kombination. Die Bluse besticht durch den schönen Stoff und die perfekte Verarbeitung. Die Arbeit hat sich auf jeden Fall gelohnt!

    Liebe Grüße
    Julia

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Julia,
      die Hose werde ich noch einmal an anderer Stelle zeigen. Die japanische Bluse eignet sich nicht wirklich zum Einstecken in die Hose, so dass man auf dem Bild leider gar nicht die vollständige Hose sieht.
      LG Julia

  7. Eine sehr interessante Bluse, das Vorderteil ist in ganz besonders. LG Jeanette

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Jeanette,
      ich liebe ja diese simplen, aber trotzdem interessanten Details!
      Beste Grüße
      Julia

  8. Eine tolle Kombination! Die feinen Details der Bluse begeistern mich sehr.
    LG Malou

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Malou,
      vielen Dank! Ich war übrigens auch sehr froh, dass ich zufällig passende Knöpfe in meiner Knopfkiste gefunden habe. 🙂
      LG Julia

  9. Der Blusenschnitt hat wirklich tolle Details, die du perfekt gearbeitet hast.
    Doch, ich bin so angetan, dass ich mich auf der Website mal umschauen werde.
    Zusammen mit der Culotte ein schickes Outfit.
    Herzliche Grüße von Susanne

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Susanne,
      ich finde die Seite sehr schön, weil dort eine Zusammenstellung schöner, japanischer Nähbücher zu finden ist. Da muss man sich nicht alles mühsam zusammen suchen. Das Porto war nicht ganz günstig (20 Euro). Die Bücher haben jeweils 15 Euro gekostet.
      Viele Grüße
      Julia

  10. Wow, wie elegant Deine Bluse ist! Durch deine exakte Verarbeitung kommt der tolle Schnitt zur Geltung und ist wirklich sehr elegant!

    • piek&fein piek&fein

      Vielen Dank, liebe Sandra! Vor den japanischen Hosenschnitten habe ich Respekt – die sehen immer extrem weit geschnitten aus. Vielleicht wage ich mich im Sommer mit einem dünnen Leinenstoff dran. Mit dem Grasser-Schnitt schien mir das “Risiko” erst einmal geringer.
      LG Julia

      • Zwei meiner Standard-Hosenschnitte sind japanische. Die eine ist tatsächlich eine weite Gummizughose, die andere eine Hose, die an der Hüfte gut anliegt und schöne, weite Hosenbeine hat. Im Gegensatz zu anderen Schnitten, ist hier für mich die Passform sehr gut.
        LG

  11. wow! was für eine schöne Kombination. M entspricht 36… da wirds mit 42 knapp.
    Hab einen schönen Tag
    Christine

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Christine,
      ich habe noch einmal nachgesehen. Das sind die Maße für Größe LL: Brust – 93 cm, Taille – 74 cm, Hüfte – 100 cm. Nur so zur Orientierung.
      Herzlichen Gruß
      Julia

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