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Bluse mit gesmoktem Kragen

Hallo Ihr Lieben,

als ich diesen Blumenstoff gesehen habe, war ich von dem (zugegebermaßen nicht gerade unauffälligen) Muster total geflasht. Einerseits wirkt dieser Baumwolldruck mit seinen Rosen und Ornamenten etwas „omahaft“. Dadurch, dass die Blümchen verpixelt dargestellt sind, finde ich das Muster aber wieder sehr cool. Da es sich um ein günstiges Reststück für 15 Euro (Tuchhandlung Kemper) handelte, habe ich auch nicht lange gezögert.

gesmokte Bluse aus der Burdastyle

Beim Kauf hatte ich auch schon die Bluse mit gesmoktem Kragen aus der September-Burdastyle (Modell 104) im Kopf. Die Bluse hat nämlich keine Knopfleiste und auch keine Abnäher, so dass das großflächige Muster nicht zerschnitten werden muss und schön zur Geltung kommt. Hingucker sind die Bindebänder am Ärmel und der gesmokte Kragen.

Nähdetail: gesmokter Kragen

Gummismok nähen

Für den Gummismok am Kragen habe ich das rechteckige Schnittmusterteil Reihe für Reihe füßchenbreit abgesteppt; und zwar mit dem normalen Nähgarn als Oberfaden und einem Gummifaden auf der Spule. Ich nähe auf einem Geradstich (Länge 3), der Faden kräuselt sich dabei automatisch. Je nach Fadenspannug fällt die Kräuselung unterschiedlich stark aus. Da ich am Hals keinen engen Kragen mag, habe ich nicht ganz so stramm gekräuselt. Man muss ja schließlich noch atmen können.

Am besten probiert Ihr das auf einem Probestück Eures Stoffes aus. Wichtig ist bei dieser Methode, dass die rechte Stoffseite beim Nähen oben liegt, damit man das Gummiband nicht sieht.

gesmokte Bluse im Stoffgeschäft präsentiert

Burdastyle schlägt für das Smoken eine andere Technik vor: Den Faden auf den Stoff legen und mit einem Zickzackstick über den Gummifaden steppen.

Wenn Ihr das Rechteck gesmokt habt, näht Ihr das Kragenteil an den kurzen Seiten zu einem Schlauch zusammen, faltet es an der langen Seite und näht es (auf Dehnung) am Vorder- und Rückenteil der Bluse fest. Hierdurch kräuseln sich auch das Vorder- und das Rückenteil etwas ein.

Bindebänder am Ärmel

Für die Bindebänder wird zuerst ein langer Stofftstreifen (1,20 m in Größe 36) gefaltet und an den Kanten zusammengenäht. Dabei lasst Ihr in der Mitte ein paar Zentimeter offen, weil das Ganze ja noch verstürzt werden muss. Diese kleine Öffnung habe ich mit der Hand zugenäht und dann die Bindebänder jeweils auf die Ärmelnaht gesteckt und schmal abgenäht. In der Mitte des Ärmels wird das Bindeband zu einer dekorativen Schleife gebunden. In der Ärmelmitte liegt übrigens eine Kellerfalte, so dass der Arm viel Weite hat.

Nähdetail:Bindeband mit Schleife

Auf die vorgesehenen Bindebänder am Ärmelsaum habe ich verzichtet. Ich finde diese Lösung nicht besonders praktisch, weil ich die Bänder nicht unbedingt in der Kaffeetasse oder im Waschbecken hängen haben möchte … Stattdessen habe ich ein schmales Gummi als Abschluss gewählt. Im Nachhinein hatte ich noch eine andere Idee: Man könnte auch ein gesmoktes Bündchen nähen. Dazu müsste man den Ärmel etwas länger zuschneiden, um dann – wie schon beim Kragen – ein paar Reihen durchzusmoken.

Wie gefällt Euch diese „Oma-Bluse“? Ich habe sie am Wochenende bei der „Langen Nacht der offenen Ateliers“ in Münster eingeweiht. Bei der zweijährig stattfindenden Tour des Ateliers öffnen Schneider-, Hutmacher-, Kürschner- und Goldschmiedeateliers ihre Türen und gewähren hinter den Kulissen Einblicke in ihr Handwerk. Eine tolle Veranstaltung!

Liebe Grüße

Eure Julia

Verlinkungen: MeMadeMittwoch, Münsterblogs

 

 

10 Comments

  1. Ich mag es am Hals überhaupt nicht eng , deswegen ist die Bluse nichts für mich- aber dir steht sie ausgezeichnet!!! und für den Anlass war sie sicher genau das richtige … schade dass es so eine Nacht der offenen Ateliers nicht in Hamburg gibt, das klingt großartig ! da warst du mit dieser Bluse wahrscheinlich genau richtig gekleidet!!!

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Sarah,
      diese Veranstaltung ist wirklich eine tolle Sache, wo man Vieles entdecken kann. Und in Münster kann man alles mit dem Fahrrad abklappern.
      LG Julia

  2. Sehr schöne bluse und ein überaus interessanter Schnitt. Ideal für Seide oder fließende Viskose, gefällt mir außerordentlich gut an Dir. LG Kuestensocke

    • piek&fein piek&fein

      Vielen Dank, liebe Küstensocke!
      Aus Seide kann ich mir das auch vorstellen – auf jeden Fall muss es ein fließender Stoff ein.
      Liebe Grüße
      Julia

  3. Ina Ina

    Gut, dass Du nochmal betonst hast, dass die Blüten verpixelt sind – ich hatte schon gedacht, mein PC spinnt 😉
    Coole Bluse aus Knallerstoff (und mit Jeans schön lässig kombiniert), vor allem die Kragenlösung gefällt mir sehr, auch wenn es sicher nicht ganz einfach ist, die angenehme Hals-Weite zu bestimmen. Die Armschleifen wären mir too much, aber solche Details sind ja immer Geschmackssache. Liebe Grüße von Ina

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Ina,
      vielen Dank für Deinen netten Kommentar. Bei den Schleifen habe ich reduziert, ganz verzichten wollte ich allerdings nicht. Wenn schon auffallen, dann richtig 😉
      Liebe Grüße
      Julia

  4. Ich finde, bei Blusen darf der Stoff ruhig knallen; dein Stoff gefällt mir sehrsehr gut und der Schnitt passt prima dazu. Die Details sind mal was anderes, richtig tolle Hingucker und der hohe Kragen macht die Bluse perfekt für die kalte Jahreszeit.
    LG von Susanne

    • piek&fein piek&fein

      Vielen Dank, liebe Susanne!
      Ich finde diesen Schnitt auch recht ausgefallen. Insofern ein lohnendes Projekt!
      Herzliche Grüße
      Julia

  5. Sybille Sybille

    Darum schleiche ich auch herum, die Bluse ist ja super für dich, und tolles Muster.
    Aber leider nichts für Schilddrüsenmenschen.
    LG Sybille

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Sybille,
      wie gesagt, ganz so eng habe ich den Kragen auch nicht genäht, weil mir da die Luft wegbleibt. Du musst es einfach ausprobieren.
      LG Julia

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