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Nähtipps und Zwischenstand beim #msal20

Heute gibt es einen ersten Zwischenstand zu meinem aktuellen Mantelprojekt. Anke (Grenzgänger Design) hat zum Wintermantel Sew Along eingeladen und ich bin mit dem Schnittmuster Nr. 440 von Grasser dabei.

Über Münster flogen gestern die Gänse Richtung Süden (siehe Bild oben), so dass es wohl Zeit für einen Wintermantel wird. 😉 Zeitlich liege ich ganz gut im Rennen und werde den Mantel auch bald fertig haben.

Bildnachweis: www.grasser.ru

Ich habe schon diverse Mäntel und Jacken genäht und dadurch einige Erfahrungen sammeln können. Um mein Nählevel weiter zu steigern habe ich den Sew Along dafür genutzt, mir das sehr ausführliche Blazer-Tutorial von Inge Szoltysik anzuschauen, das ich ich mir schon im letzten Jahr gekauft aber noch nicht angesehen hatte. Ein paar nützliche Nähtipps möchte ich heute weitergeben.

Nähtipp 1: Teile mit Einlage größer zuschneiden

Ehrlich gesagt hatte ich meine Teile schon zugeschnitten, als ich auf diesen Tipp von Inge gestoßen bin: Teile, die mit Einlage versehen werden, wie z. B. der Kragen, sollte man zunächst etwas größer zuschneiden, weil der Stoff unter der Fixierpresse einlaufen kann. Also erst die Einlage aufbringen und dann final zuschneiden.

Den Oberkragen soll man wegen der Rollweite ja ohnehin größer zuschneiden. Bei meinem Grasser Schnitt war ein Zentimeter Rollweite bereits enthalten.

Nähtipp 2: Ecken leicht abrunden

Diesen Nähtipp von Inge werde ich mir merken! Insbesondere bei dickeren Wollstoffen ist es empfehlenswert, Ecken leicht abgerundet zu steppen. Wenn man beispielsweise am Revers scharfe Ecken näht und die Nahtzugabe einschlägt, kommen am Ende oft sehr knubbelige “Ecken” raus. Näht man stattdessen eine kleine Rundung (auf einem 1er Stich) und schneidet die Nahtzugabe auf 2-3 mm zurück, wird die Ecke viel schöner.

Nähtipp 3: Reihfäden nicht verknoten

Hach, ist Euch das auch schon passiert? Die Nähte sind gesteppt und die Reihfäden werden rausgezogen. Aber hier und da läßt sich der Faden nicht richtig entfernen, weil der Knoten innen feststeckt … Inge Szoltysik rät dazu, keinen Knoten in den Reihfaden zu machen. Darauf hätte ich mal eher kommen können!

Nähtipp 4: Über Stecknadeln bügeln

Über diesen Verarbeitungstipp von Inge habe ich mich sehr gewundert: über Stecknadeln bügeln?! Ich kann mich an eine Nähkursleiterin erinnern, die schreiend angelaufen kam, als ich (vor Jahren) im Nähkurs über Stecknadeln gebügelt habe. Seitdem habe ich das nicht mehr gemacht. Vielleicht hängt es vom Stoff ab – bei einem Wollstoff lassen sich die Einstiche wegbügeln. Dies habe ich bei meinen aufgesetzten Taschen getestet. 😉

Nach dem Bügeln habe ich die Tasche positioniert und mit kleinen Stichen von Hand anstaffiert.

Nähtipp 5: Bügeln und Nahtzugaben wegschneiden

Dass alle fertigen Nähte gebügelt werden, ist ja eigentlich klar. Dabei hat mir bei diesem Projekt meine Bügelbohne wieder gute Dienste geleistet.

Bei dicken Wollstoffen sollte man die innen liegende Nahtzugabe noch einmal zurückzuschneiden, damit die Nähte richtig legen und nicht zu knubbelig werden.

Ich hoffe, dass Ihr mit dem einen oder anderen Tipp etwas anfangen könnt.

Einen schönen Sonntag Euch und frohes Schaffen an der Nähmaschine!

Herzlichen Gruß

Julia

17 Kommentare

  1. hi, ich hätte auch 1-2 Tipps für dich, darf ich?
    1. am besten gelingen dieser art taschen,wenn man das futter aussen gerum um 2-3 mm schmaler schneidet und rechts auf rechts aufnäht, dann deckelt man das mit dem dem oberstoff,wo die nahtzugaben schon eingebügelt sind. dadurch das die futtertasche schmaler ist- funktieniert es prima und es blitzt niergendwo vor, hält besser,weil die spannung auf futter fällt ,was du sogar 2 mal aufnähen kannst. den oberen deckel kann man anstaffieren oder oben drüber aufnähen-wie man will.
    2. erfolg des nicht abdrücken der nahtzugaben kann man in 2 möglichkeiten erreichen:
    a) man nimmt definitiv keinen harten untergrund( das hat mir ein bespoke-herrenschneider empfohlen).d.h. das bügel kissen kann/sollte mit kleintierstreu oder änlichem befüllt sein,aber nicht so wie diese komische bügeleier,die bretthart sind. damit versinkt der stoff(die NZ) nach innen und hiterlässt keine abdrücke.
    man könnte auch samt oder gar handtuch drunter legen.
    im übrigen, handtuch wird sehr häufig in der arbeit mit kashmir verwendet, wenn man bügelt.

    b) man arbeitet mit bügelschablonen. bevor man die tasche entgültig in sich verschliesst,bügelt man die nahtzugaben schon so wie es sein sollte,dabei schiebt man die schablone(die dem fertigteil entspricht in das innere des details zwischen hauptstoff und nahtzugaben. karton oder anderes temperatur unempfindliches matarial verhindert den abdruck.

    mir ist es schlicht unbegreiflich wie man über die stecknadeln bügeln darf???
    ich habe es ein mal an einem cashmir-teil 2 stecknadeln vergessen und drüber gebügelt- ich habe es nie mehr rausbekommen. cashmir verzeiht nichts!

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Julia,
      vielen Dank für Deine ausführlichen Anmerkungen! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unterschiedliche Herangehensweisen gibt und bin oft erstaunt, dass selbst Nähprofis ihre eigenen, unterschiedlichen Methoden haben. Letztlich muss man seine eigenen Methoden finden, oftmals entscheidet ja auch der Stoff darüber. Eine Schablone hatte ich mir für die Taschen zugeschnitten, fand sie aber für den dicken Stoff letztlich nicht praktikabel. Die Sache mit den Stecknadeln würde ich nicht als allgemeine Empfehlung formulieren – das war eher eine Herangehensweise, über die ich mich etwas gewundert habe. Normalerweise kenne ich das so, dass man vor dem Bügeln einen Faden einreiht, damit die Naht nicht sichtbar ist. Nochmals danke für Deine Tipps, die klingen für mich sehr einleuchtend!
      LG Julia

  2. Dein Mantel wird wundervoll, mir gefällt auch sehr die schöne Farbe! Danke für die übersichtliche Darstellung der Tipps – man lernt bei solchen Dingen einfach nie aus. Reihfaden habe ich viele Jahr nicht genutzt, bis mir gezeigt wurde wie er zu handhaben ist und welche vorteile das bringt. LG und gutes Gelingen für den Endspurt! Kuestensocke

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Frau Kuestensocke,
      nähen ohne Reihenden kann ich mir gar nicht vorstellen. Ich war mehrere Jahre in einem Nähkurs bei einer hochbetagten Schneidermeisterin. Hier haben wir sogar mit Reihfäden alles durchgeschlauft – also den kompletten Schnitt durchgezeichnet. Das mache ich heute allerdings nicht mehr …
      LG Julia

  3. Danke für deine Nähtipps, insbesondere den Tipp mit den runden Ecken finde ich sehr hilfreich. Beim Bügeln-über-Stecknadeln muss ich erst einmal noch unschlüssig, welcher Vorteil damit verbunden ist.

    LG Carola

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Carola,
      ich denke der Vorteil liegt in einer kleinen Zeitersparnis. Normalerweise würde man ja mit Reihgarn arbeiten. Bei empfindlichen Stoffen würde ich das ohnehin nicht machen …
      LG Julia

  4. Spannend fand ich das Abrunden der Ecken und das Bügeln über Stecknadeln (was ich bei Wollstoffen aber hin und wieder schon gemacht habe). Weiterigutes Gelingen wünsche ich! Grüße Anke

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Anke,
      vielen Dank und auch Dir weiterhin gutes Gelingen! Zum Abrunden noch mal: das soll nur ganz leicht abgerundet werden, also keinen großen Bogen nähen. Für mich war das mit der wertvollste Tipp in diesem Tutorial.
      Lieben Gruß und danke für das Organisieren des Sew Alongs
      Julia

  5. Karen Maisenbacher Karen Maisenbacher

    Liebe Julia,

    Inges Video hat mir auch sehr geholfen bei der Arbeit an einer Cabanjacke für meinen lieben Mann. Den Teil über die Taschen habe ich dabei nicht gebraucht und die Stelle mit den Saumrundungen wohl gehört aber schon wieder vergessen – um so mehr freue ich mich dieses hier bei dir nochmal gelesen zu haben. Den jetzt brauche ich beides für mein Mantelprojekt mit dem ich noch schnell als Späteinsteiger bei Ankes WSS einsteigen werde.
    Liebe Grüße in meine Geburtsstadt
    Karen

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Karen,
      praktisch ist ja die Aufteilung des Tutorials in 17 Videos, wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe. Ich habe mir auch nicht alles angeschaut. Da ich Raglanärmel bei der Jacke habe, brauchte ich das Kapitel über die eingesetzten Ärmel nicht.
      Herzlichen Gruß aus Münster und frohes Schaffen bei Deinem Mantelprojekt!
      Julia

  6. Liebe Julia,

    vielen Dank für die tollen Tipps. Ich habe den Kurs von Inge auch gekauft und auch noch nicht angeschaut, hüstel. Für mein Mantel-Projekt brauche ich das wohl auch nicht, aber Du hast mich inspiriert, doch mal wieder in die Kurse reinzugucken. Die sind echt reich an tollen Nähtipps.
    Viel Erfolg weiterhin mit Deinem Mantel-Projekt. Es ist ein sehr schöner Schnitt.
    Gruß, Griselda K

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Griselda,
      ich hatte mir das Video mal im Sonderangebot gekauft. Die sieben Euro waren eine super Investition. Ich finde das Tutorial richtig gut gemacht. Es dauert zwar etliche Stunden, aber es ist auch sehr unterhaltsam. Und Inge trägt ihren Spitznamen (“Pinsel-Inge”) ja nicht zu unrecht. Man kann wirklich viel lernen.
      LG Julia

  7. Liebe Julia,
    ich finde Deine Tipps auch richtig gut zusammengetragen. Danke dafür!
    Einiges wußte ich schon, aber der Tipp, die Einlage größer zuzuschneiden, war mir nicht mehr so bewußt. Meine Belege habe ich glücklicherweise noch nicht zugeschnitten;-)
    Das Schnittmuster von Grasser ist auch gut gewählt und sicher wird das ein sehr schöner Mantel.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg, Andrea

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Andrea,
      es gab ja noch etliche Tipps mehr. Aber diese punkte sind mir besonders im Gedächtnis geblieben. Manchmal sind es ja auch nur Kleinigkeiten wie der Knoten am Reihenden.
      Beste Grüße
      Julia

  8. Liebe Juia,

    deine Nähtipps von Inge kommen zur richtigen Zeit 🙂 ich bin ja bestimmt die Bummelletzte. So kann ich allerdings den Kragen und die kleinen Teile nach der beschriebenen Methode zuschneiden, also erst verstärken, dann zuschneiden. Ganz lieben Dank dafür. Dein Stoff ist ein Traum. Man sieht das er sehr hochwertig ist. Ich dachte schon das mein Stoff teuer war, da muss ich fast von einem Schnäppchen sprechen 🙂
    Das Schnittmuster gefällt mir. Ich bin gespannt auf dein neues Grasser-Teil.
    Liebe Grüße, Birgit

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Birgit,
      je nachdem wie dick Dein Stoff ist benötigst Du ja etwas mehr Rollweite. Insofern lohnt es sich, erst später abzuschneiden. Zumal: abschneiden geht ja immer! Ich bin sehr gespannt auf Deinen Mantel!!
      LG Julia

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