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Alle Jahre wieder: Ein neues Weihnachtskleid!

Der Weihnachtskleid Sew Along ist eine schöne Tradition auf dem MeMadeMittwoch-Blog, an der ich mich seit 2016 jedes Jahr sehr gerne beteilige. Auch wenn die Vorweihnachtszeit immer pickepackevoll ist mit Arbeit, Weihnachtsfeiern, Einkäufen, Hausputz & Co. nehme ich mir immer gerne die Zeit für dieses schöne gemeinsame Nähevent.

In diesem Jahr habe ich ein ärmelloses, wadenlanges Kleid nach einem Designerschnitt von Rebekka Ruetz genäht. Den Schnitt habe ich im Burda-Magazin (4/2023) gefunden und wurde hier erstmals auf das österreichische Label aufmerksam, das ich vorher noch nicht kannte.

Rebekka Ruetz präsentiert nur zwei Kollektionen pro Jahr und legt auch mit den Materialien und der Fertigung einen Fokus auch mehr Nachhaltigkeit. Die Mode ist recht extravagant – so auch das Kleid aus der Burda mit seinen asymmetrischen Falten und einer sehr lässigen Passform.

Und hier ist es – das Weihnachtsoutfit 2023 🙂

Ausgangspunkt meiner Weihnachtskleid-Idee war allerdings nicht der Kleiderschnitt, sondern ein Dries van Noten Stoffpanel aus meinem Vorrat: Ich hatte noch keine 1,40 Meter von diesem bedruckten Wollstoff (gefunden bei The Fabrik Sales) und musste mich zwischen einem Rock oder einem ärmellosen Kleid entscheiden, da ich in jedem Fall ein langes Kleidungsstück haben wollte. Die große Frage “Reicht der Stoff??” konnte ich schnell mit “JA!!” beantworten, auch wenn die Burda-Anleitung 2,30 Meter Stoffverbrauch vorsieht …

Als Futterstoff hatte ich mir noch einen Taft gekauft, der farblich mit den Kupfertönen des Stoffes harmoniert. Hach, ist das nicht eine Augenweide?!

Wollstoff und Futter

Den schwarzen Nadelstreifen-Blazer, eine Inspiration aus der aktuellen Dries van Noten-Winterkollektion, hatte ich vor dem WKSA bei einem Nähwochenende schon weitgehend fertig gestellt. Dann kam mir Corona in die Quere und alles blieb erst einmal liegen.

Es fehlten unter anderem noch die Knopflöcher. Leider erwies sich der Annette Görtz Deadstock als eine Diva. Kennst Du das? Die Probeknopflöcher sind 1A, aber auf dem Kleidungsstück geht alles schief … Die Nadel machte immer auf halber Strecke kehrt. Ich musste drei Mal ein misslungenes Knopfloch wieder auftrennen und die (probeweise) handgestickten Knopflöcher waren auch alles andere als perfekt. Glänzende Nähseide auf einem matten Stoff gefiel mir nicht besonders gut und das Sticken muss ich einfach noch üben. Also habe ich am Ende Paspelknopflöcher genäht, was mir eigentlich immer ganz gut gelingt. Zum Glück hat der doppelreihige Blazer (Burdastyle Fertigschnitt Nr. 6078) auch nur drei Knopflöcher.

Die Fransenkante am rechten Revers ist aus der Webkante des Stoffes gemacht, der ein Wolle-Leinen-Polyester Mix zu sein scheint. Das weiß man bei den Deadstock-Käufen ja manchmal nicht so genau. Jedenfalls lässt er sich schlecht bügeln. Der Dries van Noten-Blazer, der mir als Vorbild diente, hat eine farblich abgesetzte und stark ausgefranste Kante. Die hätte ich aus dem Kleiderstoff machen können – das erschien mir zu wenig alltags- und kombitauglich. Aber vielleicht hätte ich es doch wagen sollen, weil die schwarzen Fransen eher unauffällig sind.

Ende gut, alles gut! Das Knopfloch-Drama

Hier noch ein Detailfoto der Rückseite:

Nähdetail: nahtverdeckter Reißverschluss

Wie auf dem Foto zu sehen, gibt es hinten einen nahtverdeckten Reißverschluss. Dieser ist 60 cm lang und geht ein gutes Stück über die Teilungsnaht hinaus. In der Taille fällt das Kleid ganz locker. Es ist auf jeden Fall Luft für diverse Weihnachtsmenüs, auch wenn ich das Kleid erst beim Weihnachtskonzert in den nächsten Tagen einweihen werde.

Nähdetail: Schlitz und Teilungsnähte

Der lange Schlitz sorgt zusätzlich für Bequemlichkeit. Das Futter habe ich innen gegen den Schlitz genäht.

An dieser Stelle muss ich auch noch ein Wort zur Burda-Anleitung verlieren. Ich habe komplett nicht verstanden, wie das Futter mit Hals- und Armausschnitt über die Schulter verstürzt werden soll, wenn die Rücken- und Schulternähte bereits geschlossen sind. Ich habe erst das Halsloch vorstürzt und dann – separat die beiden Armlöcher genäht (jeweils von der Seite bis zum Schulterpunkt). Falls mir jemand den “Burda-Trick” erklären kann – sehr gerne! Das Halsloch fällt übrigens, anders als der Rest des Kleides, sehr klein aus. Mit Größe 36 bin ich ansonsten gut klar gekommen.

Nun kann Weihnachten kommen. Bei mir gibt es dieses Jahr nur einen Mini-Plastikbaum von IKEA. Man muss halt Prioritäten setzen – und die lagen auch in diesem Jahr beim Weihnachtskleid. 😉

Ich wünsche Euch ein friedvolles und zauberhaftes Weihnachtsfest!

Dem MeMadeMittwoch-Team danke ich für die Moderation des Sew Alongs und freue mich riesig, dass Dana zum Team hinzugestoßen ist!

Die vielen schönen Weihnachtskreationen werde ich mir in den nächsten Tagen anschauen, wenn etwas mehr Ruhe ist.

Liebe Grüße

Eure Julia

Der Beitrag enthält unbezahlte Werbung durch Markennennung und Verlinkung!

26 Kommentare

  1. Sehrsehr schön geworden, sowohl das Kleid als auch der Blazer! Sieht zusammen großartig aus. Ich wünsche Dir ein frohes neues Jahr. Lieben Gruß Manuela

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Manuela,
      danke, das freut mich! Ich wünsche Dir ebenso ein frohes Jahr 2024! Ich freue mich schon auf Deine Nähwerke, die ich immer sehr inspirierend finde!
      Herzliche Grüße
      Julia

  2. Hallo liebe Julia,
    da hast du dir aber auch wirklich wieder ein ganz besonderes Outfit gezaubert. Ich freue mich regelmäßig über deine Schnittmustervorstellungen. Meist sind sie mir total unbekannt. Auch von dieser Designerin hatte ich bislang noch nichts gelesen.
    Beides sehr gelungen, was sonst auch 🙂 Die Fransen konnte ich auch nur erahnen, aber schwarz ist immer auch schwer zu fotografieren. Hmmm, hätte aus dem Kleiderstoff mit Sicherheit grandios ausgesehen. Aber wie du auch schreibst, ist dann ggf. nur eingeschränkt mit anderen Kleidungsstücken zu kombinieren. In meinem Kleiderschrank gäbe es mit Sicherheit einige Unterteile 🙂
    Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr und freu mich auf deine kommenden Projekte. Liebe Grüße Birgit

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Birgit,
      die Designerin war mir auch unbekannt, ich bin erst im Burda-Heft auf sie gestoßen. Ich glaube, es ist nicht unbedingt meine Lieblings-Designerin. Den Kleiderschnitt finde ich aber sehr interessant und besonders! Danke für Dein Kompliment, ich habe mich sehr darüber gefreut.
      Liebe Grüße
      Julia

  3. Das Kleid ist wirklich raffiniert und passt perfekt zu deinem Stil. Und der Blazer ist ja super vielfältig einsetzbar. Chapeau für soviel Arbeit!
    LG und einen guten Rutsch wünscht Anke

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Anke,
      die Hauptarbeit beim Blazer war das Zuschneiden. Der Rest geht dann schon wieder …
      Ein gutes neues Jahr für Dich!
      LG Julia

  4. Das Kleid ist sehr elegant, der Stoff macht sich wunderbar zu dem Schnitt. Mit dem Blazer wird es bürotauglich. Die Fransenkante habe ich auch nach längerer Suche nicht gesehen. Ich muss wohl mal wieder Brille putzen 😉 Mit der Burda-Anleitung meinst du vielleicht die Kochlöffel-Methode? Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr nach Burda bzw. einer Burda-Anleitung genäht. Erinnere mich aber, so was in der Art mal bei einem verstürzten Dirndl-Oberteil für die Barbiepuppe der Nichten angewendet zu haben. Hat nicht nur einmal gut funktioniert, auch wenn das einrollen und wenden in Barbiegröße ein elendes Gefummel war. Das Nähen allerdings auch 😉 Die gleiche Stoffangabe für kleine und große Größen finde ich auch immer wieder spannend. Oft sieht man es ja bereits am Blick auf den Schnittplan, ob man mit weniger Stoff auskommt.
    Einen guten Start ins neue Jahr und liebe Grüße, heike

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Heike,
      diese Kochlöffel-Methode scheint ja allseits bekannt zu sein. Ich kenne sie noch nicht, werde das aber einmal ausprobieren.
      Auf die Burda-Stoffangaben verlasse ich mich nicht mehr – trotzdem ärgere ich mich manchmal darüber.
      Danke für Deinen Kommentar und alles Gute zum neuen Jahr!
      Julia

  5. Wow, was für eine elegante und extravante Kombination aus Kleid und Blazer. DAs passt so gut zu Dir und kleidet Dich hervorragend. Der Schnitt von Burda kommt bei Deinem Kleid viel besser zur Geltung als auf dem Zeitschriftenbild. Wirklich ein spannender Schnitt. Meine größte Bewunderung für den tollen Blazer, was für ein grandioses Teil! LG Kuestensocke

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Frau Küstensocke,
      vielen Dank für Dein Kompliment! Ich fand das Zeitschriftenbild wenig aussagekräftig, weil es die interessanten Falten und Raffenden durch eine Tasche völlig überdeckt. Ich werde das Kleid definitiv nicht mit Gürtel o.Ä. tragen.
      Ein gutes neues Jahr für Dich und liebe Grüße in den Norden!
      Julia

  6. Liebe Julia,

    Kleid und Blazer sehen sehr elegant aus, harmonieren gut zusammen und stehen dir natürlich ganz hervorragend.

    LG und eine gute Zeit, Heike

    • piek&fein piek&fein

      Vielen Dank, liebe Heike, und ein gutes neues Jahr für Dich!
      Herzlichen Gruß
      Julia

  7. Das Kleid ist bezaubernd. deine Kombinationen mag ich in der Regel sehr gerne, für mich bist du eine IT Dame. Ist das so korrekt ausgedrückt? die Fransen am Revers sind wirklich unauffällig. Eine auffälligere Fransenkante bei einem klassischen Schnitt ist kann ich mir sehr gut vorstellen. Auf deinen neuen Nähideen im kommenden Jahr freue ich mich jetzt schon.

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Jeanette,
      auf jeden Fall habe ich gerade ein neues Wort gelernt! 🙂
      Lieben Dank – ich freue mich schon auf das gemeinsame Online-Nähe in 2024!
      Herzliche Grüße
      Julia

  8. Dein Kleid ist absolut bezaubernd und steht dir ausgezeichnet. Mir gefallen vor allem die kleinen Details wie die Falten und der Schlitz.
    Bei Burdaanleitungen bin ich auch raus – die sind irgendwie eine Welt inkl. Fremdsprache für sich. Aber die Designerin muss ich gleich mal suchen gehen – die kenne ich noch nicht.
    Dein Blazer ist sehr stimmig zum Kleid und insgesamt auch klasse. Die Fransenkante ist das gewisse Etwas. Gefällt mir sehr sehr gut.

    LG Miriam

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Miriam,
      ich nähe meistens ohne Anleitung, wollte aber mal eine neue Nähtechnik ausprobieren. Hat leider nicht geklappt …
      Danke für Deinen netten Kommentar und liebe Grüße
      Julia

  9. Ich würde sagen, wieder piek und fein abgeliefert! Ich liebe die Details, und auch die nicht so offensichtliche Fransenkannte, auch die ganzen details beim Kleid und die Sorgfältige Verarbeitung. Bei der Erklärung von Burda Anleitungen bin ich raus.. Ich komme regelmäßig an den Punkt dass ich das Heft zerstören möchte, und improvisiere dann auch… 😉 Liebe Grüße, Sarah

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Sarah,
      die Burdaanleitung haben wir sogar im Nähkurs unter die Lupe genommen – da wurde aber niemand schlau draus. So stehe ich wenigstens nicht allein da mit diesen vielen Fragezeichen im Kopf. 😉
      Liebe Grüße und einen guten Rutsch!
      Julia

  10. Hallo liebe Julia,

    das ist mal ein besonderer Kleiderschnitt. Das Kleiderlabel kannte ich bisher nicht.

    Die Burda Stoffangabe klingt mal wieder abenteuerlich hoch. Gut, dass Du selbst geschaut hast, wie viel Stoff wirklich benötigt wird.

    Der Blazer sieht sehr elegant aus.

    Zur Burda-Anleitung: War das diese Kopflöffel Methode, die Burda gerne verwendet? Falls ja, kannst Du Dich gerne bei mir melden. Ich hab das schon paar Mal gemacht.

    Lieber Gruß,
    Muriel

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Muriel,
      bei der Stoffangabe haben es sich ein paar Leute einfach gemacht und für die Größen 36-44 eine einheitliche Angabe gemacht. Für die 36 kann ich diesen Verbrauch jedenfalls nicht bestätigen. An der Kochlöffel-Methode bin ich sehr interessiert – das sagt mir überhaupt nichts. Ich werde Dich noch mal auf Instagram kontaktieren.
      Herzliche Grüße und einen guten Jahreswechsel – vielleicht sieht man sich ja noch beim Online-Nähen.
      Julia

  11. Ich habe die Fransenkante leider nicht gefunden, vielleicht liegt es an der Brille oder am frühen Morgen. Ich liebe das Kleid und den Stoff und ich werde mir diese Burda jetzt in jedem Fall in der Bibliothek holen. Danke für den Hinweis mit dem Halsloch. Ich vermute, dass ich die Anleitung noch weniger verstehe wie du. Zum Glück führen meist mehrere Wege nach Rom …. aber sowas ist natürlich doof. LG Anja

    • piek&fein piek&fein

      Hallo Anja,
      den Kleiderschnitt finde ich klasse und will ihn für den Sommer im Auge behalten. Hier liegt noch ein schöner Seidensatin im Vorrat. Nach dem ersten Tragen überlege ich, ob ich das Halsloch vorne etwas größer mache. Ich werde aber erst noch einen 2. Tragezeit machen und dann entscheiden.
      Liebe Grüße und bis bald
      Julia

  12. Das Kleid und der Blazer sehen beide super aus. Ja, mit Deadstock nähen ist immer ein bisschen ein Glücksspiel. The Fabric Sale kannte ich noch gar nicht, das muss ich mir merken.
    Frohe Weihnachten, Andrea

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Andrea,
      es gibt nur sehr wenige Onlineshops, in denen ich Stoff bestellte. The Fabrik Sales ist einer davon, weil ich die Preise auch noch ganz in Ordnung finde. Es gibt auch einen Showroom (in Belgien).
      Herzliche Grüße
      Julia

  13. Ich musste die Fransenkante erst suchen 😉 gefällt mir aber überraschend gut, da sie durch das Ton in Ton und durch die Feinheit gut zum klassischen Blazer passt. Zum Kleid habe ich ja schon so viel gesagt, aber du hast Recht, die schmale, lange Silhouette ist wirklich eine Besonderheit.
    Grüße, Tina

    • piek&fein piek&fein

      Liebe Tina,
      ich denke, dass man die Fransenkante bei Tageslicht besser sieht – aber sie könnte vielleicht etwas auffälliger sein. Dann halt beim nächsten Blazer; ich habe ja erst drei Nadelstreifen-Blazer. 😉
      Danke und beste Grüße
      Julia

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